Die Gold-Prospektion mittels der fluvialen Morphologie

Jahr 2015

Die Hauptbeschäftigung uns Goldschürfer liegt darin, dass wir immer bessere Goldstellen finden möchten. Der Grund liegt einfach darin, weil wir Menschen die Natur dermaßen eingezwängt haben, dass eine natürliche Goldanreicherung in den Flüssen nicht mehr gegeben ist. Das bedeutet, eine von uns Goldschürfern gefundene Goldstelle, reichert sich nicht mehr nach jeden Hochwasser an, wie unsere Vorfahren dies gewohnt waren, daher sind wir immer auf die Suche. Wenn man sich heute die Flüsse oder Bäche ansieht, werden diese nur noch als Wasserablaufrinnen benutzt. Klar ist aber auch, dass die Sicherheit der dortigen Einwohner, vor Hochwasser, Priorität ist.

Die Suche nach einer Goldhöffigen Stelle ist immer ein Abenteuer, egal wie das Aufspüren vor sich geht. Wie Eingangs schon beschrieben, benutze ich zu 80% das moderne Raum-Informations-System, dass für die kompletten Alpen im Internet zu finden ist.
Das besondere an diesem Raum-Informations-System ist, dass man verschiedenes miteinander kombinieren kann. Für mich bedeutet dies –> Erfolg!

Auf das untere Foto lässt sich eine Kiesinsel aus dem Jahre 2015 betrachten. Die Momentaufnahme dieser Location zeigt uns, dass nach Lehrbuch der Prallhang, sowie der Gleithang fehlt.

kiesbankinsel_2015-torsten-marx

Weil aus dem „Goldwasch-Lehrbuch“, der berüchtigte Gleithang fehlt, ist diese Oberflächenformation für sehr viele Goldwäscher nicht geeignet, um dort zu prospektieren. Ich erinnere mich gern an den Leitzach-Goldwäscher zurück, der im Grunde die komplette Leitzach kannte, die aber wirklichen Goldhöffigen Kiesbänke ausgelassen hatte, weil diese Kiesbänke nicht Lehrbuch-Konform waren. Pech für den Leitzach Goldwäscher, Glück für denjenigen, der sich wahrhaftig mit der Goldschürfprospektion beschäftigt.
Nun gilt für das obere Bild, die wahre Rauminformation heraus zu lesen.
In erster Linie sieht man, dass die Insel halb Kiesbedeckt und halb Grünbedeckt ist. Im linken Mittelbereich ist der Grünbewuchs deutlich ausgewachsener, wie der Grünbereich drum-herum. Das beutet, dass bei Hochwasser die Inseln nicht komplett dem Hochwasser ausgesetzt war. Liebe Leute, stellt euch die Frage und beantwortet diese sofort. Wo würdet ihr auf der Insel als erstes eure Goldwaschpfanne ansetzten?
Tipp: Der Grünbewuchs als Detail erkennt man in seiner Wichtigkeit nicht sofort.

Die zweite Rauminformation für diese Flussinsel, wird durch die Schummerung erreicht. Die Schummerung ist das Instrument der Rauminformation schlechthin. Wenn ich mit dem Raum-Informations-System prospektiere, benutze ich nur die Schummerung als Grundlage, weil diese Rauminformationen bereits schon wichtige Details gut visualisiert darstellt. Durch die Rauminformation der Schummerung lassen sich die Wasser-Fließlinien deutlich erkennen, abgesunkenen Kiesbänke sowie neue Kiesbänke lassen sich euch ermitteln und sogar eine rechteckige Struktur im Mittelbereich der Insel.
Tipp: Die rechteckige Struktur im Mittelebereich der Insel lüftet ein unglaubliches Geheimnis.

Das untere Bild zeigt die Schummerung für die Insel.

schummerung-2015-torsten-marx

Das Schummerungsbild informiert mich über alle Details, die sich dort in (naher) Vergangenheit abgespielt hat. Um die perfekte Goldhöffige Stelle vor Ort zu finden, versucht man nun die Schummerung und die Vergangenheit zu kombinieren. Für ein geübtes Auge ist diese Praktik relativ einfach. Ich fasse die Schummerungs-Rauminformationen in Stichpunkten zusammen.

  • Prallhang und Gleithang sind untergeordnet
  • Die Wasserströmungslinien sind visuell definiert
  • Rechteckige Struktur im Mittelbereich der Flussinsel

Die Detail-Wasserströmungslinien lasse ich außen vor. Diese Details lassen sich in das Setup der Rauminformation-Goldprospektion mit Einbinden, dies ist aber nicht dringend notwendig.
Tipp: Durch eine Kontraständerung der Orthophotos lassen sich Schwermineralien in den Wasserströmungslinien besser visualisieren.