Die holozänen Lokalgletscher

Die holozänen Lokalgletscher

Ausgearbeitet von Torsten Marx / 09. März 2016

Dieser Leitfaden ist Eigentum von Torsten Marx. Bitte achten Sie auf mein Urheberrecht!

Wie ich immer wieder auf dieser Website dargestellt hatte, dass im Grunde die eiszeitlichen Gletscher die „Goldbergbauer“ waren, haben holozäne Lokalgletscher gegenüber ihrer eiszeitlichen Gletscher einen großen Vorteil, nämlich, dass diese in der jetzigen Warmzeit gegenüber ihrer eiszeitlichen Gletscher noch aktiv sind/waren und dadurch für ihr lokales Gebiet eine längere mächtigere Erosion stattfindet/stattfand, als durch eine Wind-und Wetter-Erosion in den Gebieten der abgeschmolzenen eiszeitlichen Gletscher.

Als Grundlage meiner Goldprospektion im Hobbybereich nutze ich die Glazialmorphologie, unterscheide aber verschiedene Kategorien bezüglich der glazialen oder ehemaligen glazialen Gegebenheiten.

Für diesen Artikel hab ich mir ein besonderes Musterstück ausgesucht, dass alles was ein Goldschürfer sucht, bieten kann. Es geht mir in erster Linie überhaupt nicht darum, wie Goldhöffig eine oder diese vorgestellte Location ist, sondern einfach darum, einen Erfolg der Goldprospektion zu feiern.

Die ausgesuchte Location befindet sich bei (WGS 84) 46.88569 / 8.08067. Somit könnt ihr euch die Location auch direkt vor Ort oder über irgendeine Orthophoto-Anwendung ansehen.

Orthophoto_lokalGletscher - Torsten Marx

Bild 1

Das Bild 1 zeigt die ausgesuchte Loacation als Orthophoto. Im Orthophoto lassen sich bereits schon die Lehnsesselartigen Gebirgskämme, geprägt durch die Vergletscherung, ein Karsee, sowie der Wasserabfluss aus dem ehemaligen Gletschernährgebiet erkennen. Durch die von mir gelbe Markierung, möchte ich euch den Hinblick etwas erleichtern.

Im Holozänjahr 2016, das Holozän fing vor rund 13.000 Jahre an, gibt es für diesen Bereich kein aktiven Gletscher mehr, aber Hinweise deuten darauf, das der dortige Gletscher, aus der geologischen Zeitlinie heraus betrachtet, noch gar nicht so lange verschwunden/abgeschmolzen ist. Die Morphologie zeigt dies in Bild 2 deutlich auf.

Schummerung_lokalGletscher (3) - Torsten Marx

Bild 2

Bild 2 zeigt ein Schummerungsbild mit einem berechneten Lichteinfall aus Nord-West und einem Winkel von 45° auf. Den Hangneigungswinkel von 30° habe ich auch abgebildet. Die Leser die hier sehr viel lesen, wissen, dass Gletschervereisungen das Gestein rund erodieren und die Erosion durch Wind- und Wetter kantig bis scharfkantig prägt. Die Hangneigung zeigt zwar nicht die unterschiedlichen Erosionen auf, lässt sich aber als Kontrast zwischen den verschiedenen Erosionen gut darstellen. Der Erosionsfortschritt, vor allen die Wind-und Wetter Erosion zeigt mir ziemlich klar, dass der ehemalige lokale Gletscher im tiefen Holozän noch aktiv war. Die drei grünen Markierungen zeigen Karseen, der obere, sowie der untere sind leider nicht mehr vorhanden, der mittlere allerdings schon noch.