Goldwaschen 2019

Goldprospektion Bayerischer Wald Februar 2019

Hallo Goldprospektoren,

als Goldwäscher muss man ja den bayerischen Wald schon besonders lieben. Wir müssen immer wieder feststellen, dass der bayerische Wald nicht unsere Welt ist, zum prospektieren — ok, aber auch nicht mehr.
Ihr fragt euch jetzt bestimmt, Warum? Ich möchte keineswegs mit meiner Antwort jemanden verletzen – daher schreib ich sie sehr diplomatisch. Weil gefühlt in jeden Bach eine oder mehrere Absetzgruben, Kleinstklärwerke oder große Klärwerke die dortigen Gewässer bereichert und wir finden es eklig!

Am Samstag sind André und ich (Torsten) wieder los in den bayerischen Wald, zur Goldprospektion.
Lässt man für den bayerischen Wald die bekannten Goldbereiche aus und sich (wie wir es machen) ausserhalb bewegt, wird schnell erkennen, dass die Goldprospektion im bayerischen Wald eine Herausforderung ist und genau diese Herausforderung suchen wir.
Wenn man sich mit dem Erstarren der Gesteine in einer, ich schreib jetzt Einfachheit halber, Magmakammer beschäftigt, dem ist klar das das erstarren der Gesteine ihren Schmelzpunkt folgen. Gesteine mit einem höheren Schmelzpunkt erstarren logischerweise zuerst und das noch flüssige Zeugs setzt sich unter dem Erstarten Gestein ab und so weiter und so weiter. Das selbe funktioniert auch mit dem von uns gesuchten Gold. Die Frage in/bei welchen Gestein sich Gold-Wahrscheinlichkeiten befinden, lässt daher sehr leicht beantworten.
Die Daten aus dem bayerischen Bodeninformationssystem in Verbindung mit dem Kolbersbach zeigt dies klar auf.
Ein reines Herkunftsgold – sprich, ein nicht vermischtes Gold wie es in größeren Flüssen leider nicht vorkommt, favorisieren wir natürlich an.

Seit Jahren besuche ich die Gegend um Bayrisch Eisenstein bis runter Ludwigsthal zusammen mit Philipp mein Bub und natürlich sind mir die dortigen Goldwäscher mit ihren ganz ganz – richtig großen Löchern nicht entgangen, aber wie ich Eingangs schon geschrieben habe, dass man das Goldwaschen im bayerischen Wald aus oben genannten Gründen besonders mögen muss und mit Kindern (aus eigener Erfahrung) nicht zu empfehlen ist.

Goldwäscher Auto / 2017

Mit dem Wissen wie und -weshalb nur so- „die Alten“ ihre und von mir immer wieder besuchte Goldlocation großflächig abgebaut haben + dem gesehenen Wissen aus dem Kolbersbach, ziehen wir nun immer wieder los um unsere Plätze zu finden. Die geologische Karte dient dabei nur als Anhaltspunkt, eine Begehung, die ja auch bis zu drei Tage dauern kann, ist dabei unabdingbar.

Das Auto ist geparkt und ja es schneit dicke Flocken. Was für ein herrlicher Anblick.
Copyright: Torsten Marx

Winterfeste Stiefel, die Goldwaschrinne + die Schaufel, Goldwaschschüssel und das Bier .. wo ist das Bier, ahhja das Bier ist bereits schon im Rucksack.
Erstmal ein Selfie von uns.
Durch Tiefschnee gewandert ging es mit dem Geoportal und GPS zum Bach. Wichtig dabei, dass das GPS beim Fotografieren immer deaktiviert wird. 🙂
Am Bach angekommen erstmal von uns ein großes WOW. Was für eine schöne Location, was für ein schöner Bach. Es ist nicht nur ein fliessender Bach, nein, der Bach stellt auch verschiedene Ansprüche. Die Rinne in die Wasserströmung gelegt und los ging es, das Schürfen.
Beim schürfen immer wieder die ausgebuddelten Gesteine begutachtet um tatsächlich festzustellen in welcher Geologie wir uns befinden – aha .. ok-guck an.. na sowas!
Das obligatorische bayerische Mittag – Fastfood-Mittag haben wir uns nach einer Stunde vor Ort schürfen verdient. (siehe Foto unterhalb)
Rinne ausgewaschen – festgestellt kein Bier..ähh kein Gold – Bach weiter gewandert. Wir sind ja hart im Nehmen. Der Tiefschnee wurde irgendwie immer tiefer – jetzt schon Knietief. Aber was macht Knietiefer Schnee schon richtige Kerle wie uns aus! Mein Puls war nach 3 Minuten Tiefschnee Bach wandern hoch – richtig hoch.

Ich als DDR-Meister im Kanurrennsport und bayerischer Meister (in der Phase des abtrainieren geworden), wusste noch was zu tun ist wenn der Puls sehr hoch schlägt – der Puls musste runter 😀 .
Ok, weiter geht es.

Nach einiger Zeit Tiefschnee dem Bach entlang wandern, dann endlich das zweite WOW – hier wechselte ganz krass die Geologie. Was für ein Anblick und ab in den Bach rein um den Wechsel auch im Bach festzustellen.
Das Gestein änderte sich schlagartig – mein Puls war jetzt egal – und das Wasser, ja das Wasser, wie sieht denn jetzt das Wasser aus?
Oberhalb war das Wasser Kristall-klar und ab dieser neuen Geologie wurde das Wasser Kristall-braun klar.
Das Bild unterhalb zeigt das Wasser Kristall-klar und zweite Bild unterhalb zeigt das Wasser Kristall-braun klar.
Was für ein schönes Naturspiel uns der geologische Wechsel geboten hat, sollte man Live erleben. Das prägt.
Die Umgebung änderte sich dramatisch. André und ich stellten fest, dass das für uns eine wichtige Wissensituation darstellt. Die geologische Natur lesen zu können, dass hat schon was und diese Bilder prägen sich ins Gehirn ein. Einfach nur cool.
Gegen 15 Uhr mussten wir unsere Prospektion abbrechen, weil wir über 1 Stunde zum Auto zurück brauchten + plus natürlich Safe-Time.
Unseren Goldnachweis für diese Situation konnten wir noch nicht erbringen, was aber für uns nicht weiter schlimm ist. Ein zweiter Prospektionsgang wird es geben, weil wir leider den Bach + Geologie noch nicht fertig haben.

Glück Auf
euer Torsten
Genau hier, oberhalb im Bild, kam über unsere vielen WhatsApp Goldwaschgruppen ein kleines Video online, das ein richtigen fetten Goldblech (gerade gefunden) zeigt. Herzlichen Glückwunsch dem Finder. 🙂