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Aktive / Passive Matten Systeme

Beim Goldschürfen ist für mich wichtig, dass ich die komplette Goldbandbreite dem Bach entziehe. Persönlich, für mich, ist daher ein passives Tauschsystem „der“ Vorteil. Die Ergebnisse sieht man Anhand meiner Ausbeute. Das untere Goldbild zeigt den Vorteil klar auf. Links im Bild der Feingold-Goldhaufen, rechts im Bild, der Großgold-Goldhaufen.

Goldbandbreite - Torsten Marx
Aber, ich muss, nein, ich muss nicht, ich will auch zum obigen Goldbild etwas beichten. Nicht immer gelingt es mir, ein so auffälliges Goldbild zu fangen. So etwas umzusetzen, dazu gehört nämlich viel mehr dazu.

Um das komplette Bild zu formen, möchte ich etwas weiter ausholen.

Zu meiner Goldprospektion auf Hobbybasis zählt für mich eine „Administrative Goldprospektion“ dazu. Was bedeutet das denn genau?

Ich mach mir in meinen Hobby gern die Arbeit und teile das gefangene Naturgold in Größenklassen auf. Diese zähle ich dann unter dem Mikroskop aus und visualisiere die Auszählung dann als Grafik. Das selbe auch für das etwas größere Naturgold. Das untere Bild zeigt so eine Einteilung für das Feingold.

Größenverteilung 2015 Feingold - Torsten Marx

Aus dieser obigen Grafik stellt sich klar heraus, dass der prospektierte Bach auch Feingold besitzt und das auch nicht all zu wenig. Meine Mission ist für diesen Bach nun klar, unzwar, ich möchte die komplette Bandbreite Naturgold aus dem Bach fangen. Dafür eignet sich ein sogenanntes passives Fangsystem.

Was genau ist denn ein passives Fangsystem?

Über Goldfangsysteme gibt es in der Goldwäscher-Szene viele Diskussionen. Man unterteilt da grobschlachtig zwischen „Minersmoos“ und „Riffel Gummimatten“. Das „Minersmoss“ gilt dabei als passives Fangsystem und „Gummimatten mit offenen Riffeln“, wird als aktives Fangsystem deklariert.

Feststellen sollte man, wie sich Feingold in einer Waschrinne mit dem übrigen zu waschende Material verhält. Gibt man eine Schaufel Goldhaltiges Material in den Waschtrichter, stellt man folgendes fest. Das Material wälzt sich in Verbindung mit Wasser um.
Das gleiche lässt sich auch bei leichten Hochwasser in fluvialen Systeme beobachten, das Geröll wälzt sich im Flussbett um, ein praktisch umwälzender Transport findet so statt.
Zurück zum Trichter. Das gröbere Gold wird bei dieser Umwälzung heraus separiert, weil es schwer ist, und bleibt dann im vorderen Trichterbereich liegen ( ein wohl bekanntes Bild). Das Feingold wird aber „umwälzend“ mit dem restlichen Material durch die Rinne weiter transportiert. Durch diesen umwälzenden Erkenntnisgewinn wird einem schnell klar, dass, wenn man dem nichts entgegensetzt, dass umwälzende Material der Rinne nach hinten herauswandert.
Ab jetzt, um es auch verständlicher rüber zu bringen, sollten wir in „Wahrscheinlichkeiten“ weiter das Bild runden.

Die Frage, die man sich nun zu stellen hat, ist folgende.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass, wenn ich es umsetzten könnte, dass die Material-Umwälzung durch, keine, wenig, mittel, viele Riffel, so verzögere, dass das Feingold die Möglichkeit hat, sich fangen zu lassen?

Die obige Frage beantwortet und geklärt, kommt nun der entscheidende Punkt, „fangen lassen“ und „gefangen bleiben“! Ab diesen Punkt kommt die „passive“ Überlegung ins Spiel. Passiv bedeutet nichts anderes, als das Feingold in einen Bereich zu transportieren, der nicht mehr mit der „aktiven“ Wasserströmung und der nächsten „aktiven“ Umwälzung in der Rinne in Kontakt kommt. In so einem passiven Bereich, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Feingold „gefangen“ bleibt.

Aus dem ganzen lassen sich weitere Fragen formulieren, die ich kurz in Stichpunkte zusammenfasse, aber nicht mehr kommentieren werde.

  • wie durchlässig sollte der Transportweg zum passiven Bereich sein (enge Schlingenmaschen [kleine Korngröße], weite Schlingenmaschen [große Korngröße])
  • wie sollte der passive Bereich formtechnisch aussehen (UR-Matte von Goldhog)
  • sollten im passiven Mattenbereich schwache Unterströmungen eingebaut werden, um bei weniger durchlässige Bereiche ein versanden zu verhindern (Doppeldeck mit durchlässige Tauschsysteme (Minersmoos) und Lochblech und darunter eine feine Keene Miracle)
  • sollte eine Gummimatte erfunden werden, die eine tiefe Riffel-Hinterschneidung aufweist und im tiefsten Bereich der Hinterschneidung eine Art Doppeldeckkanal im Mattensystem mit eingebaut ist, in der eine seichte, langsame Wasserströmung vorherrscht um damit … usw..usw..

Im großen und ganzen freue ich mich auf weitere Diskussionen und bin auch auf weitere erhellende Augenblicke gespannt.

P.S. Ich persönlich verwende ein Minersmoss mit einer etwas größeren Korngröße, möchte aber demnächst ein Minersmoss mit einer etwas kleineren Korngröße austesten. Bei ein Minersmoss – System mit einer kleineren Korngröße ist die Wahrscheinlichkeit aber größer, dass das System schneller versandet und somit auch mehr tauberes Material im ganzen, kompletten Tauschsystem vorhanden ist und eben dadurch die Wahrscheinlichkeit höher gegeben ist weniger Feingold zu fangen und somit auch der Transport zum passiven Bereich erschwert wird.