Unsere alpine Goldprospektion

Hallo Goldwäscher,

die Wochen sind wir zu dritt losgezogen um unser Hobby gemütlich zu genießen.

Vorbereitung
Die Planung für unsere Unterbringung hat dieses mal unser Koppi übernommen. In Vergangenheit war das immer mein Part, weil ich aber Privat und Beruflich mehr in Bewegung bin, meine Tochter hat gerade ihren ersten Liebeskummer hinter sich und konzentriert sich jetzt voll auf ihren Führerschein, hat es wie gesagt, der Koppi übernommen.
Als seine ersten Vorschläge bei uns eintrudelten, dachten wir uns so: unsere Unterbringung über die Jahre hinweg, werden ihn wohl so nicht gefallen haben. In Vergangenheit übernachteten wir generell in Pensionen der 30 Euro mit Frühstück Kategorie.
Aber Koppi ist nicht Koppi, weil er Koppi ist .. irgendwie so .. oder? Seine Argumentation-Kette, die er uns bei seinen Angeboten vorlegte, hatten es in sich. Koppi ist jemand, nur kurz zur Info, der alles, aber auch wirklich alles ausrechnet, durchrechnet, bis ins Detail jede Möglichkeit durchgeht. Ähh..ja!
100 Euro die Übernachtung, Essen selbst organisieren, gewisse Hausarbeiten auch selbst in die Hand nehmen, dass alles zusammen, hatte Koppi ausgerechnet, ist billiger als eine 30 Euro mit Frühstück Pension, bei der das Frühstück eh nicht schmeckt, die abendlichen Restaurant Besuche aus der man auch immer mal wieder nicht satt raus geht, mit Bier, Salat usw.usw.
Als Koppi dann meinte, dass wir uns am Tag rund 20 Euro sparen würden, wurde uns klar, er meint das ernst.
Jeder legte in die Essens-Kasse 50 Euro. Mit dem Geld konnten wir gut haushalten und kochten am Abend unser Essen selbst. Das Frühstück nahmen wir auch selbst in die Hand und merkten beim ersten Frühstück-Moment, dass es wie daheim ist. Kaffee wie er uns schmeckt, endlich weiche Eier und vor allem, so viele Eier wie man möchte.
Die Frühstücksbrötchen waren frisch, Wurst bis zum abwinken, sogar verschiedene Sorten und für mich natürlich Butter soviel ich wollte. Nur zur Erwähnung: Ich liebe Butter!

Koppi – wie lieben dich! Endlich mal eine reine Männer WG, wenn auch nur für ein paar Tage.

Gold-Prospektion
Wochen vorher, gingen André und ich per Fernerkundung die Lokation durch. Unser E-Mail Austausch war immens, Bäche die wir besuchen wollten gab es ohne Ende. Wir beschlossen aber, dass wir strategisch die Gegend nach Gold prospektieren wollen. Weil das komplette Gebiet eine Metamorphe Geologie aufweist, benutzen wir die Technik der Glazialmorphologie in Verbindung mit den übergeordneten Terrassen und den Endmoränen in den Gletscherablaufbahnen. Wir teilten Gebiete in Vierecke auf und prospektieren diese vor Ort nach Gold – strategisch eben.

Die seitlichen Gletscherschliffe nahmen wir natürlich auch mit. Die Bäche in den seitlichen Gletscherschliffe sind schwer zugänglich, aber wichtig um heraus zu finden, welche Feinmineralien sich in den ehemaligen Gletscherschiebungen befinden.

Anhand der Feinmineralien können wir bestimmen, aber leider auch nur zum Teil, um welche Goldvererzungen es sich handeln könnte. Es gibt ja Goldvererzungen aus metamorphen Tiefengesteine, submarine Vulkangesteine usw.usw..

Ein Gesteins-Foto bring ich mit. Im obigen Gestein konnten wir Diabas mit Quarzlagen erkennen, auch etwas metamorpher Phyllit und Limonit Anteile. Für uns wäre es somit klar gewesen, dass wenn es in diesem Bach Gold geben würde, es einen metamorphen Ursprung hätte. Die Feinmineralienanteile deuteten auch sehr klar auf einen metamorphen Ursprung hin.

Wie ich schon erwähnt habe, sind für uns die seitlichen Gletscherschliff-Bäche, ich nenne sie jetzt mal so, immens wichtig. Kurz möchte ich erklären warum sie für uns so wichtig sind. Zwei Fotos bringe ich mit –  siehe unterhalb.
Im ersten Foto lässt sich schön erkennen, dass der Bach schon etwas steil ist und vor allem, die Erosion noch ziemlich jung ist, aber in der Separation durch das Wasser schon gute Dienste leisten konnte. Zwischen den einzelnen Felsen, siehe zweites Foto mit dem Schaufelblatt, befindet sich das Gletscherschliff-Material, gemischt mit den örtlich vorherrschenden Material noch im Urzustand. Falls sich in den Zwischenräume der Felsen Gold befindet, könnte die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass es größeres Gold wäre. Ich bin mir fast sicher, dass wir irgendwann Glück haben werden, wenn nicht, wäre es aber auch nicht dramatisch. In der Pampe rumzumachen macht auch richtig viel Spass.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich euch auch gleich noch meinen neuen Goldwaschhut vorstellen. Irmi und Harald hatten ihn mir zum Geburtstag geschenkt (Danke euch beiden nochmal). Mein alter Hut, es war ein toller Zickenlederhut der auch stark nach Ziege gerochen hatte, wurde von meiner Frau still und heimlich entsorgt. Ihre Rechtschaffene Bestrafung hat sie von mir erhalten und sie hat mir versprochen es nie wieder zu machen! *da bin ich mal gespannt*

Ausgedehnte Bachprospektionen gehören dazu. Es kann dann vorkommen, dass man sich mehrere Stunden in einen Bach aufhält und dabei mehrere Kilometer im Bachbett zurücklegt und dabei ulkige Sachen zu sehen bekommt. Ausserdem wünscht man sich manchmal, dass in einigen Bächen kein Gold vorkommen soll, weil die Verschmutzung durch Menschenhand so enorm groß ist, dass man darin nicht nach Gold waschen möchte. Wir sehen Verschmutzungen im Bach immer öfters und sind deswegen froh, wieder aus dem Bach heraus zu sein. Eine Kernseife und frisches Leitungswasser um danach ausgiebig seine Hände waschen zu können, kann ich nur empfehlen.

Feierabend
Pünktlichst um 16 Uhr war immer Feierabend. Wir hatten aber nie Zeit mystische Orte zu besuchen. Jut, dann eben heim zu Kaffee und Kuchen und abschliessend die besuchten Bereiche in Google Maps zu pinnen.

Weil in unserer gemeinschaftlichen Essenkasse noch Geld übrig war, konnten wir uns ein gemütlichen Umtrunk im gemütlichen Österreich leisten. Die Österreichischen Kneipen sind legendär, mmmhh, wir kamen an den Abend irgendwann um 3 Uhr Nachts heim.

Durch mein Hobby bin ich oft und viel unterwegs. Eins weiß ich aber, dass es überall nette Leute gibt und dadurch Bekanntschaften entstehen und vielleicht sogar Freundschaften. Unser Hobby soll ein Hobby sein und ich schreibe nochmals, dass Goldmengen niemals wichtig sein sollten. Die Schönheit des selbst prospektierten Goldes sollte immer mit seinen Hobby-Freunden zusammen im Vordergrund stehen.
Daher Willkommen im Hobby Gold, lasst es euch gut gehen und habt Spass an euren Hobby.
Für die Sommersaison 2019 habe ich mir schon meine Lederhosn ausgesucht. Hehe..

Was suchen wir
Wir suchen natürliche Anhäufungen und räumlich begrenzte geologische Körper nutzbarer Minerale, vorwiegend Gold und Silber, die nach Größe und Inhalt für eine auf Hobby basierende Gewinnung in Betracht kommen. Es wäre wünschenswert das die Mineralien (Goldvererzung) erheblich stärker konzentriert sind als in der durchschnittlichen Erdkruste. Je abgelegter die Situation desto besser ist es für uns. Wir wollen beim Goldwaschen allein sein, um praktisch die Stille genießen zu können. Bei der Suche wollen wir uns Zeit lassen, weil die derzeitigen Umstände es so wollen.
Zum Schutz unserer Interessen sind wir mittlerweile in 6 Gebieten unterwegs, aber nur deswegen damit eine Nachverfolgung anderer schwieriger bis fast unmöglich wird.

Glück Auf 🙂